Your Page Title

Kalenderwanderung August 2016: Rund um Würzberg

< Grünkernvermarktung soll intensiviert werden
24.08.2016

Affolterbach (Tü) Am Sonntag, 28. August, laden der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und die OWK-Ortsgruppe Affolterbach zu einer gemeinsamen Wanderung rund um Würzberg ein.
Vom Parkplatz "Adlerschlag", führt die Wanderung in weiten Teilen auf dem Limes-Wanderweg und kommt sowohl an restaurierten Wachturmfundamenten als auch am Römerkastell Würzberg mit seinem bekannten Römerbad vorbei. Die partisanenartigen Überfälle der Chatten auf das reiche römische Hinterland veranlassten Kaiser Domitian um 100 n.Chr. zur Anlage einer durchgängigen Schneise im Wald und eines Patrouillenweges, um das Hinterland vor germanischen Überfällen zu schützen. Auf einer Länge von ca. 70 km zwischen Obernburg und Wimpfen entstanden rund 80 Wachtürme, deren Standorte so gewählt waren, dass das unmittelbare Vorgelände und der Patrouillenweg bis zum nächsten Wachturm überblickt werden konnten. Außer den Wachtürmen wurden in regelmäßigen Abständen Kastelle unterschiedlicher Größe angelegt. Es waren Kohortenkastelle für etwa 500 Mann, Numerikastelle für bis zu 150 Mann und Kleinkastelle für bis zu 40 Mann Besatzung. Beide Maßnahmen sollten dafür sorgen, dass der Zugang ins Römische Reich nur an gesicherten und kontrollierten Stellen möglich war. Aufgabe der Turmbesatzungen war es, bei Angriffen auf den Limes Alarm zu schlagen und diesen von Turm zu Turm bis zum nächsten Kastell weiterzugeben. Um die Türme abzusichern, befand sich der Turmeingang im Mittelgeschoss und war nur über eine Leiter erreichbar. Auch hatte die 4 bis 5 Mann starke Turmbesatzung Wurfgeschosse und Waffen, mit denen sie sich eine Zeit lang verteidigen konnten.                                                                 

Die erste Wachturmstelle, an der unsere Wanderung vorbeiführt, ist der Posten WP 10/25 "Auf dem roten Buckel". Diese Fundstelle wurde erst 1975 vollständig ausgegraben und restauriert. Mit den gefundenen Originalsteinen konnten die Fundamente des 5,40 x 5,40 m großen Steinturmes in mehreren Steinlagen hochgezogen werden. Anhand von Brandspuren konnte man erkennen, dass dieser Turm durch Feuer zerstört worden war. Auch Reste der Palisade und eines Holzturmes wurden gefunden.                                                
Nächste Fundstelle ist das Kastell Würzberg mit dem bekannten Römerbad. Dieses Kastell wurde früher auch Hainhaus genannt, ein Hinweis dafür, dass noch imposante Ruinenreste vorhanden sein mussten. Als Graf Franz das Kastell 1806 untersuchen ließ, galt es als das am besten erhaltene am gesamten Odenwaldlimes. Mit der Begründung "das wertvolle Vermächtnis der Vergangenheit dem gänzlichen Untergang zu entreißen", ließ Graf Franz alles vorhandene Steinmaterial in seinen neu angelegten Park bringen und dort ein Kastelltor aufbauen. Die Abräumarbeiten erfolgten aber nur "oberflächlich" und ließen die Fundamente unberührt, sodass der heutige Besucher die Umwehrung mit Wall und Graben noch deutlich erkennen kann. Eindrucksvoller als das Kastell ist jedoch das 1981 vollständig restaurierte Kastellbad. Derartige Bäder waren für die Römer unverzichtbarer Bestandteil eines jeden Kastells und lassen erkennen, welche Bedeutung sie der Hygiene beimaßen. Das Bad hatte eine Ausdehnung von 16 x 13 m und war in einen Kalt- und einen Warmbadetrakt unterteilt. Unter den Warmräumen befand sich eine Unterbodenheizung. Von Außen wurde Heißluft in die Hohlräume unter dem Estrichboden und in die Wände geleitet. Von einem angebauten Umkleideraum betrat man das Frigidarium, den Kaltbaderaum. Von dort begab man sich in das Sudatorium, den Schwitzraum. Zur Abkühlung durchquerte man das Frigidarium und ging in die Piscina, einem Kaltwasserbecken. Danach ging man in das Tripidarium, einen lauwarm beheizten Raum mit einem lauwarmen Wasserbecken und schließlich in das Calidarium, einem warmen Raum mit einem Warmwasserbecken. Auf dem Rückweg wurden die einzelnen Badestationen in umgekehrter Reihenfolge durchlaufen.  Die weitere Wanderung führt an der Heinstermühle vorbei und durch das Lochbrunntal nach Mangelsbach und von dort zurück zum Ausgangspunkt.

Die Länge der Wanderung beträgt 16,5 km, die Wanderzeit etwa 5 1/2 Stunden. Picknickrast zur Mittagszeit und Schlusseinkehr zur Kaffeezeit in der bekannten Odenwälder Cafestube in Würzberg. Gastwanderer sind bei uns immer willkommen.                            
Kostenbeitrag für Nichtmitglieder im Odenwaldklub: 3 €.                                                       

Weitere Informationen auf unserer Homepage www.owk-affolterbach.de