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Grünkernvermarktung soll intensiviert werden

Partner kooperieren – Wahl eines Grünkernkönigs angestrebt

Foto: TLT/Peter Frischmuth

< Über Feld und Flur mit Odenwälder Landwirten und den Geopark-Rangern am 21.08.2016
18.08.2016 von Touristikgemeinschaft Odenwald

Die Grünkernvermarktung im Main-Tauber-Kreis und im Neckar-Odenwald-Kreis soll intensiviert werden. Hierfür wird auch ein Antrag im Rahmen des Förderprogramms LEADER eingereicht. Das breite Aktionsprogramm sieht beispielsweise eine Modifizierung des Grünkernradwegs, die Wahl eines Grünkernkönigs und die Schaffung von Broschüren vor.

Früher als Arme-Leute-Essen abgetan, wird der wohlschmeckende Grünkern heute längst auf den Speisekarten der Gourmethäuser angeboten. Er verschafft der Region Odenwald und „Liebliches Taubertal“ ein Alleinstellungsmerkmal. Für den Anbau zeichnen die Fränkischen Grünkernerzeuger verantwortlich.

Dezernent Jochen Müssig vom Landratsamt Main-Tauber-Kreis hatte in diesen Tagen Vertreter aus den Landwirtschaftsämtern des Main-Tauber- und des Neckar-Odenwald-Kreises, Vertreter der Fränkischen Grünkernerzeuger aus Boxberg, die Touristikgemeinschaft Odenwald sowie den Tourismusverband „Liebliches Taubertal“ zu einem Abstimmungsgespräch eingeladen. An diesem Gespräch nahm auch Achim Dörr vom LEADER-Regionalmanagement Badisch-Franken teil. Dabei ging es darum, mit welchen Projekten und Maßnahmen die Direktvermarktung und die Bewerbung des Grünkerns intensiviert werden kann.

Ziel ist, die Bevölkerung und Touristen über die Vorzüge des Grünkerns zu informieren und die heutigen Einsatzmöglichkeiten in der Küche vorzustellen. Schnell waren sich die Teilnehmer darin einig, für dieses Gesamtkonzept einen LEADER-Förderantrag einzureichen. Dieser soll bereits beim nächsten Förderaufruf im September 2016 der Geschäftsstelle von LEADER Badisch-Franken in Walldürn vorliegen. Deshalb heißt es jetzt, die noch offenen Details abzustimmen und in den LEADER-Antrag aufzunehmen.

Es wurde unter anderem vereinbart, den Grünkernradweg zu modifizieren und eine ganzheitliche Werbebroschüre zu schaffen. „Über den Grünkern-Radweg möchten wir die Gäste an die Orte der Produktion und an die Hofstellen der Grünkernerzeuger heranführen“, erläutert Jochen Müssig weiter.

So wurde aus dem Kreis der Teilnehmer, unter anderem durch den Vorsitzenden der Fränkischen Grünkernerzeuger, Dietmar Hofmann, und den Vertreter des Landwirtschaftsamtes aus dem Neckar-Odenwald-Kreis, Bernhard Heim, angeregt, an den Hofstellen auch einheitlich gestaltete Informationstafeln aufzustellen. Damit soll auf die Geschichte und die heutigen Einsatzgebiete des Grünkerns sowie das Anbaugebiet zwischen Odenwald und Taubertal, auch heute noch als Bauland bezeichnet, eingegangen werden. Geschaffen werden soll zudem eine Broschüre, mit der jährlich Grünkernwochen beworben werden.

Um dies umzusetzen heißt es nun, Partnerbetriebe in der Hotellerie und Gastronomie zu finden, damit die unmittelbare Gästeansprache und Direktvermarktung auch funktioniert. „Im Odenwald gibt es dieses Projekt bereits in Ansätzen, und wir werden es nun auf beide Ferienlandschaften ausdehnen“, sagte Geschäftsführerin Sarah Wörz von der Touristikgemeinschaft Odenwald.

Beide touristischen Organisationen sicherten zudem zu, die Vermarktung von Grünkern in ihre Vertriebswege aufzunehmen und so auch eine direkte Kundenansprache zu pflegen. Es sind Aktivitäten bei Messen und Märkten, Anzeigen und Pressedienste vorgesehen. Vorgesehen ist auch ein Blog, der insbesondere über die digitalen Vertriebswege und soziale Medien Interessierte ansprechen soll.

Bei der Gesamtbewerbung des Projektes soll auch ein „Grünkernkönig“ helfen. Sobald die Bewilligung der LEADER-Fördermittel vorliegt, ist die Suche nach einer geeigneten Persönlichkeit angesagt. Der zu findende Grünkernkönig sollte sich mit dem Produkt Grünkern identifizieren und nicht älter als 25 Jahre sein. Interessenten können bereits zur Touristikgemeinschaft Odenwald oder zum Tourismusverband „Liebliches Taubertal“, Sarah Guttenberger, Telefon 09341/82-5804, Verbindung aufnehmen.

Sobald die Vermarktung und die Bewerbung des Grünkerns angelaufen sind, sollen weitere Schritte folgen, beispielsweise die Entwicklung eines Grünkernschlemmerpaketes und auch die Untersuchung der gesundheitsfördernden Wirkung des Grünkerns.

Die Gebiete des mittleren und nördlichen Main-Tauber-Kreises sowie die westlichen Gebiete des Neckar-Odenwald-Kreises bilden im europäischen LEADER-Förderprogramm die Kulisse „Badisch-Franken“. Für diese Kulisse wurden in mehreren Entwicklungsphasen fünf Handlungsfelder für das Regionale Entwicklungskonzept ausgearbeitet. Zu diesen Handlungsfeldern gehören beispielsweise die Innenortentwicklung und die Positionierung als Genussregion sowie die touristische Entwicklung. „Diese beiden Handlungsfelder sind die Grundlage für die Intensivierung der Direktvermarktung des Grünkerns“, erläutert Jochen Müssig.

Informationen zum Grünkern und zu dem LEADER-Projekt gibt es beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Wirtschaftsförderung, Gartenstraße 1, 97941 Tauberbischofsheim, Telefon 09341/82-5708, Fax: 09341/828-5708, E-Mail wirtschaftsfoerderung(at)main-tauber-kreis.de, oder im Internet unter www.main-tauber-kreis.de/wirtschaft sowie beim Tourismusverband „Liebliches Taubertal“, Gartenstraße 1, 97941 Tauberbischofsheim, Telefon 09341/82-5806 und -5807, Fax 09341/5700, E-Mail: touristik(at)liebliches-taubertal.de, Internet: www.liebliches-taubertal.de. lra

 

BILD:

Gerichte mit Grünkern werden längst auch auf den Speisekarten der Gourmethäuser angeboten. Nun wollen verschiedene Partner die Direktvermarktung des Grünkerns im Main-Tauber- und im Neckar-Odenwald-Kreis stärken.